Meine Rundbriefe

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Hallo Ihr Bekannten, Freunde, Verwandten und sonst interessierten,

einige wissen es schon, einige ahnen es, jetzt ist es (mündlich) offiziell: Ich werde das folgende Jahr in Frankreich verbringen! Um meine noch schlappen Französischkenntnisse aufzubessern, werde ich also deshalb so früh wie möglich nach Clermont-Ferrand in Frankreich abreisen. Das wird nach bisherigen Kenntnisstand am 21.7.1997 geschehen. Dann werde ich nämlich mit meiner Mutter ihrem Auto und was alles noch so reinpasst gen süden düsen. Sie wird dort eine Woche bleiben und dann wieder nach Hause fahren. Ich selber habe dann noch etwa einen Monat Zeit, mir eine passende Wohnung zu suchen, französisch zu lernen und mich auf das kommende Semester vorzubereiten. Bis dahin komme ich in einem Studentenwohnheim unter. Am Ende des Semesters, etwa im Februar 1998, werde ich dort Prüfungen ablegen, und anschließend ein Praxis- studiensemester in einer französischen Firma absolvieren. Ich werde also im Sommer nächsten Jahres wieder in Deutschland sein und wahrscheinlich sogar wieder im selben Wohnheim wohnen. Sollte das alles nach Plan geklappt haben und ich vor allem die Klausuren bestanden haben, werde ich normal weiter studieren, brauche die Klausuren, die ich hier in der Zeit geschrieben hätte, nicht mehr schreiben, und bekomme mit meinem Deutschen Abschluß zusätzlich das französische Diplom. Bis dahin habe ich aber noch viel Arbeit und eine anstrengende, aber bestimmt auch interessante und schöne Zeit vor mir! Zu meinem Studienort Clermont-Ferrand: Es ist eine mittelgroße (ca. 150 000 EW) Stadt in Mittelfrankreich, im nördlichen Teil vom Massiv Central. Sie liegt etwa 400 meter hoch, am Fuße der herrlichen Vulkankette Chaine des Puys. Die Auvergne ist viel- leicht manchem ein Begriff. C.F. hat ein wenig Industrie (z.B. Michelin), eine recht große Universität und eine hübsche Altstadt. Im Sommer recht heiß, ist es im Winter nicht weit zum Wintersportgebiet Massiv Central. Es lohnt sich auf jedem Fall, mich dort besuchen zu kommen. Ach so: meine E-Mail adresse bleibt erhalten, ich bin also weiter unter dieser Adresse erreichbar. Also bis denn,

Jan

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Rundbrief Nr. 1

Hallo Ihr lieben Verwandten, Freunde und sonst Interessierten,

21.6.
nach 13 Stunden Fahrt sind wir nun gestern Abend glücklich, aber erschöpft in CF angekommen. Ich habe mich in der Zeitplanung etwas verschätzt, so daß wir (vielen Dank an Matthias und erst recht an meine Mutter, die mir viel geholfen haben, und an diejenigen, die ich noch kurzfristig mit meinem Kram zugeschmissen habe) bis spät in die Nacht noch gepackt haben. Da wir am nächsten Morgen früh raus und weg wollten, hatten wir nur 2 Stunden Schlaf.
Wir sind trotzdem gut und ohne Zwischenfälle angekommen und erst ein mal in das Studentenwohnheim gefahren, obwohl es schon halb neun war. Es lief wie geschmiert: es gibt einen Pförtner, der uns ohne große Probleme den Schlüssel ausgehändigt hat. Kaution und Miete sollte ich am nächsten Morgen zahlen. Wir haben also nur noch das Auto leer gemacht (wie voll das war, dokumentieren Fotos, es paßte wirklich nichts mehr rein) und sind dann wie tot ins Bett gefallen.

22.6.
Nach einem erholsamen Schlaf und einem kleinem Frühstück habe ich mich erst einmal im Sekretariat angemeldet. Dort hat man mir auf Nachfrage angedeutet, das es eventuell möglich ist, hier wohnen zu bleiben. Ich bin mir noch nicht sicher, ich habe nicht alles verstanden.
Nun wollte ich mich auch noch bei Mme. Doucher, der Direktorin, melden, und ich habe dabei die Gelegenheit genutzt, meiner Mutter den Campus zu zeigen. Wider Erwarten war Mme Doucher da, und kurze Zeit später schneite zufällig Herr Prof. Koller von der FH Bochum rein, so daß wir direkt das Wesentliche besprechen konnten: Einschreibung am 5.9., Semesterbeginn am 8.9. Ich muß mich noch bei der Präfektur für meine Aufenthaltsgenehmigung melden. Und ein paar Sachen für die Einschreibung brauche ich auch noch. Und Mme Doucher will mal nachfragen, wie das mit der Wohnzeit ist. Ich gehe also morgen früh noch mal hin, um das zu klären und um diesen Rundbrief abzuschicken. Ab nächster Woche wird die gesamte Uni bis auf die Mensa geschlossen sein, also wird das erst einmal die letzte E-Mail sein. Nach dem Gespräch hatten meine Mutter und ich Hunger, also auf zur Mensa. Die hatte zwar noch offen, aber das Essen gibt es nur für Marken, und der Markenverkauf ist in dieser Woche nur Montags (schon vorbei) und Donnerstags (schon verhungert). Also ab nach Hause. Auf dem Rückweg haben wir noch den kleinen Felsen neben dem Wohnheim inspiziert, und ich durfte feststellen, daß in diesem 4-8 Meter hohen und 40 Meter breiten Felsband nicht nur das Bouldern, also das Klettern in Absprunghöhe, möglich ist, sondern auch etwa 15 Routen angegeben sind, manche mit Bohrhaken gesichert! Ich habe also einen Klettergarten ca. 30 Meter Luftlinie von meinem Zimmer entfernt! Es war wahrlich eine gute Entscheidung, mein Kletterzeug mitzunehmen. Es ist wie im Paradies. Vor dieser Kletterwand ist eine große Wiese für die Sonnenanbeter, also für alle etwas dabei. Das Zimmer selbst ist etwa genauso groß wie das in Bochum, mit einer häßlichen Tapete, zwei (BxH [cm] 25x130 und 80x200 großen) Fenstern, eins über dem schmalen Schreibtisch, das andere daneben und in der oberen Hälfte zu öffnen. So ist das Zimmer etwas dunkel, aber zum Zocken genau richtig (Think Pink!). Aber ich wollte vom Tagesgeschehen erzählen: Wir hatten Hunger, also sind wir zu Mammouth, einem nahen, riesigen Einkaufszentrum gefahren, haben dort feist gegessen und eingekauft.
Jetzt war Gelegenheit, sich die Stadt (für mich noch mal) anzusehen und sich über Busse etc. zu informieren. Dabei haben wir neben der schönen Altstadt mit den kleinen Gassen einen wunderschönen Park entdeckt, der gut gepflegt wird und neben Teichen, einem Rosengarten, vielen Blumenbeeten ganz tolle Bäume hatte. Der wohl älteste und höchste, ein Nadelbaum (Kiefer?) mit abgebrochener und wieder nachwachsender Krone, strahlte soviel Energie aus (der Armtest hat es bewiesen), daß es uns glatt vom Hocker gehauen hat. Sonst ist heute nicht mehr viel gelaufen, Abendessen, ein bißchen räumen, diesen Brief schreiben, und begeistert darüber nachdenken, wie gut hier bisher alles geklappt hat.

Alles Gute im kalten Deutschland (hier ist es knallig heiß) wünscht Euch

Jan

P.S. Tja, das mit dem hier wohnen bleiben klappt wohl doch nicht, mal sehen. Es kann sein, daß ich ein paar Leute mit dem Rundbrief nicht erreiche, bitte gebt diesen Brief dann weiter! Bis denn, Jan

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Uff! Rundbrief 2

Hallo Ihr lieben Verwandten, Freunde und sonst Interessierten,

es ist lange her, daß ich das letzte mal geschrieben habe, es ist auch viel passiert seitdem. Ich habe viel Post bekommen, auch die meisten beantwortet, nur die letzten nicht oder nur kurz. Das werde ich nachholen.

Tja, es hat sich hoffentlich schon herumgesprochen, ich konnte im Wohnheim bleiben, daß mit dem einem Jahr Wohnzeit gilt zwar immer noch, aber man kann das Wohnheim für ein Praktikum früher verlassen, und genau das habe ich ja vor. Allerdings hat sich in meiner Adressenangabe ein Fehler eingeschlichen, denn ich noch mal korrigieren möchte:

Meine Telefonnummer (immer noch Etage) lautet ist nicht für alle gedacht (von Deutschland aus)

Ich habe inzwischen viele Leute kennengelernt, von denen einige leider schon abgereist sind. Mit Jens, einem Chemiestudenten aus Clausthal-Zellerfeld, und Ivan, einem Bauingenieurstudenten aus Ungarn, habe ich viel zusammen gemacht, unter anderem einige Fahrradtouren zum nächsten Badesee (*nur* 20 km entfernt, aber ein 500 m höherer Paß dazwischen), oder die Tour nach Mont Dore, einem nahegelegenem Gebirgskomplex. Es ist wirklich gebirgig hier, das macht die Ausflüge anstrengend, aber schön. Gestern bin ich zum Beispiel mit dem Fahrrad zum Puy de Dome gestartet, ein Vulkankegel, der die Stadt regelrecht beherrscht. Ich war zwar schon öfter da oben, aber ich wollte einmal den Sonnenunter- und aufgang und den Sternenhimmel ohne störende Atmosphäre betrachten. Und wahrlich, es hat sich gelohnt!!!! Die Straße ist für Fahrradfahrer gesperrt, also habe ich für den Aufstieg den Fußweg gewählt. Mit dem Fahrrad nicht ganz einfach. Ich bin aber noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang auf dem Gipfel gewesen. Schön! Und dann erst der Sternenhimmel! Ich habe endlich die Andromeda-Galaxie mit bloßem Auge gesehen. (Die liegt doch relativ dicht bei einem nicht sehr hellen Stern, nicht wahr, Ingo?) Von dem Satelliten und den Sternschnuppen brauche ich ja erst gar nicht zu reden. Tja, und den Sonnenaufgang? Den habe ich doch glatt verschlafen, weil ich den Wecker nicht gehört habe! Aber das Nachspiel war auch ganz schön. Dann habe ich erst mal gefrühstückt und auf jemanden mit Bordwerkzeug gewartet, weil sich die Hinterradachsmutter gelöst hatte. So beschwerlich der Aufstieg war, um so wonnevoller der Abstieg: Diesmal habe ich die Straße genommen, weil noch nicht so viel los war. Es war toll: fünf Minuten rollen lassen, mit 50 km/h! Insgesamt war der Rückweg sehr angenehm, es war noch nicht sehr warm. Aber fertig bin ich trotzdem immer noch ein bißchen. Ich habe dort auch endlich den ersten Film voll gekriegt, es gibt also auch bald Fotos.

Ach so, einige wissen ja noch gar nicht, wie ich zu einem Fahrrad gekommen bin: Das habe ich von Ivan abgekauft, der hat es von einem Deutschen, der etwas überstürzt abgereist ist. Es hat nicht Top-qualität, ist aber hier ganz brauchbar, kleinste Übersetzung 1:1. Und sehr nützlich, wenn ich einkaufen fahre. Ich habe mir zwei Radtaschen gekauft, und wenn ich zu Lidl einkaufen fahre, mache ich die auch voll: 18 Liter H-Milch sind keine Seltenheit. Ansonsten findet man bei Lidl alles, was man für sein Glück braucht: Müsli, Schokolade, Schips und andere Grundnahrungsmittel. Nur Brot gibt's nicht, das muß man bei 'Foret Noir' ( = Schwarzwald, ein Laden nur mit deutschen Produkten) in der Innenstadt kaufen. (Ich meine richtiges Brot, nicht die Luft mit Weißmehl drum herum, das nach einem Tag trocken ist.) Noch eine Anekdote zu Lidl: Ich habe meine Schwierigkeiten, mich verständlich zu machen, wenn ich sagen will, daß ich dort Einkaufen war. Die meisten machen ein dummes Gesicht, weil sie 'Lille' verstehen, eine Stadt immerhin 600 Km nördlich in Frankreich! Man sagt hier Lid*e*l.

Das Leben hier im Wohnheim ist nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. 40 Zimmer auf der Etage, eine kleine 14 qm-Küche, ein mittelgroßer Kühlschrank. Hört sich nicht sehr groß an, aber es reicht: wenn ich morgens frühstücke, bevor die Putzfrau (um 8:30 Uhr) kommt und die Stühle hoch stellt, sind diese oft noch abends um 18 Uhr immer noch hochgestellt, wenn ich nach Hause komme! Ich finde, das sagt schon ziemlich viel über die Lebhaftigkeit der Bewohner aus, genau wie die Tatsache, das selbst manche Etagenbewohner nur unwillig grüßen. So kommt es, daß ich auch nur eine Handvoll von meiner Etage kenne. Ivan ist ja leider schon ausgezogen. Er und seine Freundin, Claire, waren bis vor kurzem meine besten Französischlehrer. Nach ihrer Aussage hat mein Französisch auch sehr gute Fortschritte gemacht. Leider auf Kosten meiner Englisch Kenntisse, wie ich oft feststellen muß. Ich brauche vielleicht mehr als 2 Stunden, um auf Englisch umzuschalten, und dann laufe ich immer noch Gefahr, Englisch und Französisch zu vermischen. Selbst, wenn ich versuche, Deutsch zu sprechen, passiert mir das oft mit französisch, wie vielleicht schon mancher am Telefon festgestellt hat.

Aber im Prinzip ist das ja positiv, weil die Sprache ja die Basis für das Verstehen der Vorlesungen sind, doch leider sind meine Vokabel- und Grammatikkenntnisse nicht fundiert genug, um dort gut zurecht zu kommen, und ich bin (wie immer) zu faul, da schnell was zu ändern. Ich komme zurecht, merke aber, daß ich noch viel Arbeit vor mir habe. Daher das Uff am Anfang. Wenn ich abends von der Uni komme, bin ich zu tot, um noch nachzuarbeiten, irgendwie muß ich noch meinen Rhythmus finden. Daher auch die Tatsache, das ich so lange 'stumm' war. Die Leute in der Uni sind alle im großen und ganzen nett und hilfsbereit, es ist aber schwer, Anschluß in in einem Semester zu finden, das schon seit 2 Jahren so besteht. Das alles wurde aber nach und während dem 'Seminar der Integration' besser, danach kannte mich irgendwie jeder (und ich kaum mehr). Es war schon Schwerstarbeit, deutlich zu machen, das nicht jeder Deutsche Bier bis zum umkippen, wenn überhaupt, säuft. Es hat aber Spaß gemacht (viele waren schon vor dem Abendessen besoffen). Aber das Seminar hat mir geholfen, einige Leute näher kennenzulernen. Das hilft schon viel. Auch sonst gewöhne ich mich so langsam an einige Gewohnheiten, wie die allmorgendliche Begrüßungszeremonie unter den Studenten. Ich sage bewußt Zeremonie, weil das Verhalten auf den ersten Blick sehr vertraulich erscheint, aber mir erscheint es doch zumeist eher stilisiert und distanziert zu sein.

Und die Studieninhalte? Mathe, Nuklearphysik, und viel Meßtechnik, zumindest bisher. Genaues weiß ich ja erst nachher, auch, weil der Stundenplan jede Woche neu für die nächste Woche erstellt wird. So pendelt die Stundenzahl auch zwischen 30 und 37 Stunden in der Woche, und es ist ja noch Platz, wie mir von Kommilitonen versichert wird! Ich muß mich wohl an einen Vorlesungstag von 8 bis 18 Uhr gewöhnen (90 min Mittagspause, aber auch manchmal 120 min Vorlesung an einem Stück). Da bleibt für andere Tätigkeiten nicht mehr viel übrig, aber ich versuche trotzdem, auch Sport zu machen, die Felswand neben dem Wohnheim bietet zum Beispiel noch genug anspruchsvolle Stellen (ich bin dort auch erst zweimal geklettert). Und auch sonst wird hier ausreichend Sport angeboten.

Was gibt es sonst noch zu berichten? Ich richte mich hier so langsam ein (das ist bildlich zu verstehen, ich habe heute Poster in meinem Zimmer aufgehängt, wer mich kennt, weiß, daß das schon richtig früh für mich ist), und einen Kühlschrank habe ich auch bestellt (Hier wird viel geklaut, auch ein Grund, weshalb der Gemeinschaftskühlschrank nicht zu überfüllt ist). Für ein Komik brauche ich nicht mehr zwei Tage, sondern zwei Stunden (je nach Komik mehr oder weniger, ein Tim und Struppi kann schon mal schwieriger sein als ein Asterix), und auch Filme verstehe ich schon deutlich besser als Anfangs.

Andere Deutsche kenne ich kaum, ich kenne 2 von 3 Bochumer Wirtschaftswissenschaftlerinnen, die in der Innenstadt wohnen und Studieren, habe aber keinen Kontakt. Den will ich auch nicht forcieren, schadet ja nur der Sprache. Wenn es auch manchmal schön wäre, auf deutsch zu plappern, gerade, wenn ich aufgeregt bin. Geht auch so irgendwie. Außerdem sind die Französinnen, die ich kenne, sowieso viel hübscher.

Hört sich das alles jetzt gut oder schlecht an? Keine Ahnung, ich fühle mich im Moment jedenfalls prächtig, habe aber nur etwas Angst vor den Prüfungen (ist ja eigentlich auch gut, nicht wahr?).

Wann der nächste Rundbrief kommt, kann ich nicht sagen, mal sehen. Und ob ich hier eine e-mail-Adresse bekomme, ist auch noch nicht klar, ist aber auch nicht so schlimm, ich werde mich wohl in Zukunft auch oft genug in Bochum einloggen können. Für die nächste Woche steht erst mal die Aufenthaltsgenehmigung und der Antrag auf Wohnbeihilfe an, dann ist schon mal der ganze offizielle Kram erledigt. Und sonst studieren, ... .

Allen alles Gute aus dem sonnigen Frankreich,

Jan

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Rundbrief 3

Liebe Verwandte, Bekannte und Freunde,



ich habe lange auf mich warten lassen, jetzt lasse ich mal wieder was von mir hören. Der Stapel mit den zu beantwortenden Briefen liegt vor meiner Nase und macht mir ein schlechtes Gewissen.

Die letzten Wochen waren mit ziemlich viel Arbeit vollgestopft, im Schnitt mehr als 35 Stunden pro Woche Unterricht, ein Referat in Englisch, Praktika, die vorzubereiten waren, nicht zu sprechen von den drei Teilprüfungen. Das Referat bereitete keine Probleme, im Vergleich zu den Franzosen bin ich recht stark in Englisch. Die Praktika auch eher nicht, entweder habe ich meine Stärken (Informatik), oder mein Praktikumspartner Christophe (Fourier-Transformation). Probleme haben eher die Klausuren bereitet, die ersten beiden zu meinen unbeliebtesten Fächern, Traitement des Signaux Numerique («Behandlung numerischer Signale«, Meßtechnik und Filter auf Basis von Fourier-Transformation), und Automatique des Systèmes Lineaire («Automatisierung von linearen Systemen«, also etwa Steuer-- und Regelungstechnik, auch Fourier-Transformation). Beide Fächer sind Mathe pur, sehr abgehoben und sehr theoretisch. Meine Motivation, dafür zu lernen, hielt sich in Grenzen, außerdem fiel die erste Klausur gerade in den Zeitraum, in dem ich gerade verstanden habe, worum es überhaupt geht... . Wie die Klausuren ausgefallen sind, kann man sich fast denken, 2/20 und 6/20 Punkte, bei 10 von 20, die man als Mittel haben muß. Aber wenn es bei dieser Steigerungsrate bleibt, werde ich keine Probleme haben, schon weil ich mit dem zweiten Ergebnis nicht der schlechteste war. Tatsächlich bin ich in anderen Fächern, wie halt Englisch, aber auch Informatik oder Hydraulik/Pneumatik deutlich stärker als in Mathe, und was am Ende zählt, ist halt das generelle Mittel. Die dritte Klausur war zu Sensoren aller Art, diese ist schon deutlich besser gelaufen, konkrete Ergebnisse habe ich noch nicht.

Aber auch neben der Uni kommt keine Langeweile auf. Ich treffe mich regelmäßig mit Hervé, einem sehr lieben Studenten aus dem zweiten Jahr, der im nächsten Jahr wahrscheinlich nach Bochum kommen wird, zu einem Konversations-- oder Tandemkurs. Wir reden, spielen oder was auch sonst gerade anf"allt. So profitieren die Sprachkenntnisse von uns beiden davon. Na ja, und das studentische Leben kommt auch nicht zu kurz. Feten, Crêpes essen, Apéros --- sogenannte Aperitifs, artet aber eher in Besäufnisse aus --- und was man halt sonst noch so machen kann. Die Feierlichkeiten zu meinem 100. und 150. Aufenthaltstag hier durften natürlich auch nicht fehlen, letztere --- natürlich --- mit deutschem Bier, das ich hier im »Forét Noir« gekauft habe. Irgendeinen Grund zum feiern muß man ja haben!

Auch hier auf der Etage ist es inzwischen lebhafter geworden, das beschränkt sich zwar auf ein kleines Grüppchen, reicht aber völlig aus, um Spaß zu haben. Laurent, ein Nachbar, meint übrigens, daß der Rest dieser Etage durchaus nicht repräsentativ sei.

Mit diesem Brief ist es inzwischen so spät geworden, daß ich wohl nicht mehr groß erwähnen brauche, daß ich nicht in den Weihnachtsferien nach Deutschland kommen werde. Das hat mehrere Gründe: Ich war Ende November einmal kurz in Saarbrücken, Meyke besuchen, und werde wahrscheinlich in der zweiten Februarwoche nach Deutschland kommen, das Auto holen und eine Deutschlandtour machen. Dann jetzt auch nochmal zu kommen, wäre mir zu viel und zu teuer geworden, wenn es auch von der Länge des Aufenthaltes her sicherlich am ehesten angebracht gewesen w"are. Außerdem kann ich dann hier in Ruhe noch ein bißchen arbeiten und vorbereiten, wenn ich dazu komme. Denn erholen steht ganz oben auf der Liste. Und einen Praktikumsplatz muß ich auch noch suchen.

Im Neuen Jahr steht noch mal vier Wochen Studium und Arbeit an, dann ist Prüfungsperiode. Hier in Frankreich wird halt erst nach dem Studium gestreikt! Und dann eventuell umziehen und fünf Monate Praktikum, mal sehen, wo. Vielleicht bei Seita, dem Zigarettenproduzenten in Frankreich (ich passe darein wie die Faust aufs Auge, aber die Aufgabe ist interessant).

Morgen bin ich von Hervé und seiner Familie zum Essen eingeladen, und wenn der Rest seiner Familie so gut kocht wie er, wird das ein Schlemmerabend. Ich bin hier also bestens versorgt.

Ich werde noch versuchen, den Brief als e-mail los zuschicken, bin aber nicht sicher, ob die Uni noch auf hat. Wenn ja, werde ich auch die Homepage fürs Internet aktualisieren, den der zweite Film ist fertig. Es ist nicht viel dazugekommen, der Rest vom Puy de Dôme und einige Sonnenaufgänge. Ich habe nämlich eine Zeit lang das Vergnügen gehabt, wunderschöne Sonnenaufgänge zu betrachten. Leider sind die eingescannten Bilder nicht so schön wie die Abzüge auf Papier. Noch mal zur Erinnerung: Meine Homepage findet sich mit den Rundbriefen und den Bildern (fast) ohne Personen unter der Adresse:

http://www-cip.et.ruhr-uni-bochum.de/~lautenba

Wer auch Bilder mit Personen sehen will, kann mir eine E-Mail schreiben, und ich schicke weitere Bilder per E-Mail zurück:

lautenba@crusher.et.ruhr-uni-bochum.de

Ich wünsche Euch allen ein schönes Weihnachtsfest (nachträglich) und ein frohes Neues Jahr!



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Rundbrief 4

Hallo Ihr Daheim gebliebenen,

nachdem ich schätzungsweise eine Flasche Spülmittel, sieben Kilo Reis, zwei Gläser, ca. 150 Liter Milch, 10 Kilo Müsli, vierhundert Blatt Papier und etliches mehr verbraucht habe, neigt sich die erste Phase meines Frankreichaufenthalts dem Ende zu. Ich habe nämlich endlich meinen Praktikumsplatz gefunden. Ich werde also ab dem 16. Februar nicht mehr hier wohnen, sondern unter folgender Adresse zu erreichen sein:



Jan Lautenbach
CEMAGREF
Domaine des Palaquins
03150 Montoldre

Telefonnummer

0033 4 70 45 73 74

Einige werden es schon erraten haben, ich wohne also direkt auf dem Gelände der Firma. Ja,und was ist das nun für eine Firma? CEMAGREF ist ein Forschungszentrum für alles, was die Landwirtschaft betrifft, also Agrar-, Wasser-, Forstwirtschaft und so weiter. Und was mache ich da? Ich werde in Zusammenarbeit mit Claas, Harsewinkel (bei Gütersloh), ein System zur Führung einer Flotte von Landmaschinen entwickeln. Dabei wird die Position per Satellit (GPS) ermittelt und per Radiokommunikation (GSM, Standart für Handies) an einen Zentralrechner übertragen, der auf den selben Weg mit den Fahrzeugen kommuniziert.

Ansonsten bin ich jetzt mitten im Prüfungsstress, aber in ca. einer Woche ist auch das vorbei. Dann komme ich nach Deutschland.

Hier meine ungefähre Fahrtroute:

Freitag, 6. Februar Abfahrt zu meinem Vater (Röhn). Sonntags zu meiner Mutter (Neuburg an der Donau), Montags nach Bochum. Ein paar Tage später nach Köln (für ein paar Stunden), weiter nach Saarbrücken zu Meyke. Das ist nur eine grobe Planung, das ganze kann sich auch mal um Tage verschieben. Genauere Ankunftszeiten kann ich immer nur ein oder zwei Tage vorher sagen, ich werde jeweils anrufen. Es tut mir Leid, daß ich in der kurzen Zeit nicht alle besuchen kann, aber ich habe die Fahrtroute angegeben, damit man sich auch so mal treffen kann. Also bei Wünschen/Verbesserungen ruhig melden!

So, das sollte nur ein kurzer Brief werden, um die Adresse durchzugeben, deswegen mache ich jetzt Schluß.

Ich wünsche allen alles Gute,

Jan

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Rundbrief 5



Hallo Ihr Daheim gebliebenen,



so langsam gewinnt hier die Routine überhand, zumindest, was das Schreiben von den Rundbriefen angeht. Nicht, das es inzwischen so viele geworden w"aren,aber so nach und nach entdecke ich die richtigen Programme und Werkzeuge, um diese Rundbriefe bequem und mit wenig Mehraufwand zu schreiben. So habe ich inzwischen herausgefunden, daß das Schreiben von E-Mails richtig einfach wird,wenn man nur das richtige Programm nimmt, und mit den richtigen Style-Files für TeX wird das Schreiben von Serienbriefen kinderleicht. Ich bin jetzt für den täglichen Gebrauch auf Linux umgestiegen, denn seitdem ich StarOffice für Linux entdeckt habe, habe ich eigentlich alles, was ich brauche. Windows 95 benutze ich fast nur noch zum Spielen (wann habe ich Win 95 eigentlich das letzte mal gestartet?), aber hier tritt inzwischen ein Mangel an guten neuen Spielen auf, da der Nachschub abgeschnitten ist. Ich habe sogar mein altes Kyrandia ausgegraben und auf dem Firmenrechner installiert, da es bei mir immer abstürzt. Tja, irgendwie sitze ich zur Zeit um die 5 Stunden täglich vorm Rechner, und das hauptsächlich im Internet! Ist schon ne schöne Sache, wenn man nen schnellen Rechner mit Internet-Direktanschluß den ganzen Tag zu seiner Verfügung hat. Aber keine Sorge, ich surfe auch im Firmenauftrag! Tatsächlich sind wir mit unserem Projekt schon ein gutes Stück weitergekommen. Heute haben wir einen Zwischenbericht an Claas, Harsewinkel abgeschickt. Bisher ging es hauptsächlich darum, möglichst viele Informationen zu Systemen zu sammeln, mit denen man in Frankreich Daten via Funk übertragen kann. Ich kann Euch sagen, jetzt weiß ich ziemlich genau,was man kann, wie man es kann, und was es kostet. Über die Preise bei den französischen Mobilfunkbetreibern bin ich jetzt bestens informiert. Sage mir,wieviel Du telefonierst, und ich sage Dir, wo Du das am billigsten kannst und was das kostet. Ich habe sogar ein kleines Anwendungsprogramm (Excel)geschrieben, mit dem man den ganzen Tarifwust etwas aufdröseln kann. Jetzt, nachdem der Zwischenbericht raus ist, ist hier auch wieder ein bißchen Ruhe eingekehrt. Obwohl man hier nicht davon reden kann, das es Hektik gibt. Ich lebe hier mitten auf dem Land, der nächste Ort (Montoldre) mit vielleicht 500 Einwohnern ist 1 km entfernt, dann kommt Varennes sur Allier mit 5000? EW in 5 Km Entfernung, und Vichy ist mit 50000 EW schon Großstadt, aber auch schon 30 km entfernt. Dort ist dann auch die nächstgelegene (teure) Waschgelegenheit für mich. Wenigstens gibt es da Aldi und Lidl. Der nächste normale Supermarkt ist aber schon in Varennes. Über zuviel Verkehrslärm kann ich mich hier jedenfalls nicht beklagen. Zur Tür herausgehen, und ich kann Nachts die schönsten Sternenhimmel ohne störendes Licht betrachten. Und tagsüber lüde die Umgebung zu erholsamen Spaziergängen im Wald und auf den Feldern ein, wenn ich nicht am Rechner sitzen würde. Aber jetzt ist meine Homepage ja erweitert, und ich finde vielleicht mehr Zeit f"ur so was. Stichwort Homepage: Die Größe hat sich ungefähr verdoppelt (hauptsächlich Fotos von Montoldre und Ergänzungen zu Clermont-Ferrand), aber jetzt ist Schluß, ich habe nämlich keinen Platz mehr auf meinem Konto. Ungefähr 4 MByte Fotos!! Gezählt habe ich sie allerdings nicht.

Das Arbeitsklima hier ist wirklich klasse, ich hatte anfangs mal gefragt, ob ich meinen Rechner nicht ans Firmennetz anschließen könnte, aber weil das wegen der Leitungslänge schwierig würde, hat man mir kurzerhand den Schlüssel für die Firma gegeben, damit ich auch nach Feierabend und am Wochenende an die Rechner kann. Hin und wieder trage ich also meinen Rechner ins Labor, um mit meinem eigenem Rechner zu arbeiten (hauptsächlich meine Homepage warten). Aber vielleicht komme ich vielleicht doch noch an meinem privaten, permanenten Internetanschluß in meinem Zimmer, ich ziehe nämlich am Wochenende wieder in ein anderes Zimmer um, das näher am Labor liegt. Was heißt hier wieder, ich bin eigentlich immer noch nicht richtig eingezogen, ich lebe nämlich immer noch mit Philippe, meinem Kommilitonen, auf einem Zimmer zusammen. Hier ist zwar das Nebenzimmer frei, aber mein lieber Nachbar geht mir - gelinde gesagt - so dermaßen auf den Keks, daß ich lieber gleich in ein anderes Gebäude ziehe, weil ich es auf Dauer eh nicht aushalten würde. Dort ist zwar alles ein wenig kleiner, aber immer noch - im Vergleich zu den Wohnheimen - luxuriös. Kein Kühlschrank mehr, den man sich mit mehr als 12 Personen teilen muß, man kann ohne Sorge alles in der Küche lassen, und so fort. Man könnte sich fast daran gewöhnen. Ach ja, und in dem anderen Gebäude gibt es keine Nachbarn (die, die unter uns wohnen), die sich darüber beschweren, daß man um 23 Uhr den Abwasch macht. So, ich schreibe morgen weiter, es ist spät, und Philippe schläft schon (oder versucht es).

Hm, ist doch nicht der nächste Tag geworden, der Umzug hat mich doch mehr beschäftigt als gedacht. Jetzt habe ich es mir aber auch richtig eingerichtet, sogar die Bilder und Poster schon aufgehängt. Ich mache Fortschritte, was? Hier fühle ich mich im großen und ganzen wohler. Irgendwie wäre eine Mischung aus beiden Wohnungen besser. Hier funktioniert die Heizung nicht richtig, das Zimmer ist kleiner (Ich habe trotzdem nicht genug Poster, um die Wände nicht leer erscheinen zu lassen), die Küche auch, das Waschbecken ist etwas klein und unpraktisch (je ein Wasserhahn für Kalt- und Warmwasser), aber dafür muß man sich nicht in der Badewanne ohne Türen duschen, und die Küche hat einen Backofen! Wie sehr habe ich es vermißt, mal ne Pizza oder einen Auflauf zuzubereiten! Größter Nachteil könnte noch die Fliegenplage werden, die erfahrungsgemäß kommen wird. Dann ist der Fußboden im Raum über der Küche wieder mit Fliegen bedeckt! Selbst Chemiebomben helfen da nicht, nach zwei Wochen ist alles wieder da.

Hier bricht übrigens der Frühling aus allen Ecken hervor, bei Euch auch? Die Kirschen sind schon verblüht, der Flieder auch, und überall sprießt es grün hervor. Einfach herrlich! Da ist es von Vorteil, daß man auf dem Land lebt.

In den letzten Wochen hatte ich ein kurzes Tanzintermezzo, aber das ist leider schon wieder vorbei. Der Tanzkurs im Wohnheim war vom Niveau her zu anspruchslos (hätte ja nie gedacht, daß ich so was je sagen würde), also sind wir, d.h. Laetitia, Lysette, eine Holländerin, und ich zu einem Kurs in der Stadt gezogen. Dort war das Niveau hart, weil fortgeschritten, aber wir haben schnell aufgeschlossen, oder hätten zumindest, den der Kurs war nach ein paar Kursen schon zu Ende, leider. Es war übrigens ein Kurs in Rock (Rock 'n Roll ohne Akrobatik), hatte aber Ähnlichkeiten mit Jive. Die Franzosen sind im übrigen nicht so die begeisterten Tänzer, die Französinnen schon. So gab es alles im allem doch ein paar gemischte Paare, der große Teil war aber weiblich - weiblich. Eigentlich traumhafte Bedingungen (für mich), oder?

Ich habe letzte Woche mit einer Bekannten an einem Tanzwettbewerb in einer Disko teilgenommen, war an sich eine Katastrophe. Ich habe seit einem drei viertel Jahr nicht mehr Wiener Walzer getanzt, sie hat ihn nie richtig gelernt, und dann haben wir uns noch ohne Probe in einen der meiner Meinung nach schwersten Tänze gestürzt, oder zumindest in einen Tanz, der sehr viel Abstimmung zwischen den Tanzpartnern erfordert und bei dem man sehr schnell in einem großem Knäuel auf dem Boden liegt, wenn man nicht sehr lange geübt hat (nicht wahr, Anke?). Na, und wir trampelten uns auch ständig auf den Füßen herum, und jeglicher Versuch, mal etwas anderes als den Grundschritt zu tanzen, ist kläglich gescheitert. Aber was solls, es hat trotzdem Spaß gemacht, und gewonnen haben wir ja schließlich auch! Wobei Gaëlle meint, daß der Schiedsrichter ja eh ständig nur sie angestarrt hat. Nun kann ich also ein zusätzliches knatscherotes T-Shirt mein eigen nennen.

Ach so, wenn ich Umgezogen bin, sollte ich wohl auch noch mal meine Adresse mitteilen. Es hat sich zwar im Prinzip nichts geändert, außer der Telefonnummer, und die wissen ja eh die meisten nicht. Und ich kann auch ergänzen, daß das »Varennes sur Allier« nicht nötig ist. So wird die Adresse doch schön kurz im Vergleich zu vorher, nicht wahr?

Jan Lautenbach
CEMAGREF
Domaines des Palaquins
F-03150 Montoldre

Tel 0033 4 70 45 73 67

Wir sind hier nicht allzuviele, und die wenigen sprechen auch alle Englisch, also kann man mich auch gut anrufen, wenn man nicht Französisch spricht. Selbst wenn deutsch gesprochen wird, werden meine Nachbarn wohl schnell erraten, f"ur wen das Gespräch wohl sein wird. Ach so, meine Nachbarn: Die sind heute angekommen. Eigentlich waren drei angekündigt, aber einer ist erst gar nicht aufgetaucht, und einer pendelt täglich nach Clermont-Ferrrand, so sind wir hier letzten Endes nur zu zweit. Grégory, mein Nachbar, scheint ein ganz netter zu sein. Ich bin mir über die Schreibweise nicht ganz sicher, aber ich bin zu faul, jetzt aufzustehen und nach zugucken.

Ich kann mich ja noch so anstrengen, an den unangenehmen Nachrichten komm ich ja doch nicht vorbei: Ich habe leider die Prüfungen nicht bestanden, habe also noch mal eine Zeit Lernen vor mir und muß Ende Mai noch einmal in die zweite Runde. Mein Praktikumsbetreuer sagte mir aber schon, wenn ich Zeit zum lernen bräuchte, dann sollte ich sie mir nehmen. Es bleibt also noch alles offen, wenn ich es auch bevorzugt hätte, es hinter mir zu haben. Noch dazu muß ich die Fächer nachschreiben, die ich am wenigsten mag (klar, sonst hätte ich sie ja auch bestanden). Überhaupt kann ich ja mal kurz berichten, wie die Klausuren so ausgefallen sind. Es gab sowohl positive Überraschungen, wie zum Beispiel die Note für das Mikrocontroller-Praktikum, bei dem wir überhaupt nicht vorangekommen sind und trotzdem eine der besten Noten haben, als auch negative Überraschungen wie die Note für Mikroelektronik, wo ich eigentlich eine bessere Note erwartet hätte. In Englisch war ich erwatungsgemäß stark, aber selbst in diesem meinem besten Fach konnte ich leider nicht richtig Boden gut machen. Schade eigentlich. So fehlten mir am Ende circa 40 von 480 Punkten, um auf das erforderliche Mittel von 240 Punkten zu kommen. Nun muß ich also die Fächer Automatique des Systèmes Lineaires, Traitement des Signaux Numeriques, Systèmes Logiques Séquentiels und Capteurs neu schreiben. Ich habe ja hier auf dem Land die nötige Ruhe zum lernen.

Zum Schluß noch die Beantwortung einiger häufig gestellter Fragen:

So, das wär es erst mal fürs erste,

alles Gute aus dem frühlingswarmen Frankreich,

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